Träume können sich nicht irren

Träume können sich nicht irren

Träume können sich nicht irren

Seit einem schrecklichen Autounfall leidet Laura unter Depressionen und nächtlichen Halluzinationen. Merkwürdige Geräusche dringen nachts durch die Zimmerwände. Laura beschließt eines Tages, dem Spuk ein Ende zu setzen. Seit Laura bei einem schrecklichen Autounfall ihre kleine Tochter Jenny verloren hat, leidet sie unter nächtlichen Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Merkwürdige Geräusche und leises Wimmern aus der Nachbarwohnung bringen sie fast um den Verstand. Sie glaubt, die Stimme ihrer verstorbenen Tochter zu erkennen.

Hier eine kurze Leseprobe:

Angestrengt lauschte sie in die Stille der Nacht.

„Oh Gott“, flehte sie leise, während sie kaum zu atmen wagte. „Lass mich schlafen, ich will nur noch schlafen.“

Erschöpft lag Laura im Bett. Die roten Ziffern des Radioweckers leuchteten in der Dunkelheit. Mitternacht. Lauras Augen brannten vor Müdigkeit. Unablässig starrte sie auf die roten Ziffern, deren Licht Laura gefangen zu halten schien.

Bitte nicht“, hauchte sie ängstlich, während sie die Bettdecke bis zum Kinn zog. Instinktiv presste sie beide Hände auf die Ohren. Plötzlich begann sie zu stammeln:

„Nichts ist wahr. Ich träume. Böse Träume. Jede Nacht. Wollt ihr mich holen? Ich bin noch nicht tot!“

Verzweifelt versteckte Laura ihr Gesicht unter der Bettdecke.

„Ruhig, ruhig. Du musst dich beruhigen.“

Mit zittriger Stimme zwang sie sich , ruhiger zu werden. Ihr Brustkorb hob und senkte sich hastig, nur allmählich flachte ihr Atem wieder ab. Ganz langsam fiel sie in ein leichtes Schlummern, um endlich vom erlösenden Schlaf übermannt zu werden.

Erst der helle Klang der Kirchenglocken am nächsten Morgen weckte Laura. Gleichmäßiges Läuten drang sanft an ihre Ohren. Die noch schlaftrunkene Frau streckte sich und fühlte sich so müde wie jeden Morgen. Im Halbschlaf lauschte sie den Glockenklängen. Plötzlich schreckte sie hoch, warf die Bettdecke zur Seite und lief hastig zum Fenster.

Nein!“ brüllte sie energisch. „Nein, nein! Ich lasse das nicht zu!“

Laura schrie erneut, während sie die Vorhänge mit einem Ruck aufzog. „So“, murmelte sie „so ist es besser.“

Mit dem Kopf gegen die Wand gelehnt, blickte sie gedankenverloren durch die Fensterscheibe. Ihre Fäuste umklammerten noch immer die dicken Vorhanggardinen. Stumm wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie wollte nicht mehr in der Wohnung bleiben, in diesem Zimmer, in dem sie von Erinnerungen heimgesucht wurde.

Die junge Frau entschloss sich zu einem Spaziergang an der frischen Luft, um ihre Gedanken zu ordnen. Die Sonne warf ihre zarten Strahlen über das Land, die ersten Frühlingsboten reckten sich mit leuchtenden Farben dem Himmel empor. Die Frühlingsluft belebte Lauras Sinne, sie genoss den besonderen Duft, den der Frühling verströmt und vergaß dabei für ein paar Momente die Qual der letzten Nächte.

Heute werde ich es tun“, dachte sie bei sich. „Ich werde heute an der Tür klingeln. Ich muss es wissen.“

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