Pestilentia - Im Netz des Todes

Pestilentia – Im Netz des Todes

Pestilentia – Im Netz des Todes

„Alles untersuchen und sichern!“, befahl sie dem Team. „Und ich meine wirklich alles!“

Zully schluckte den bedrückenden Kloß hinunter, bevor sie fortfuhr:

„Sucht nach jedem Krümel, nach jedem Staubkorn, nach jedem Fussel. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben!“

Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Für Agentin Zully und die Männer von der Spezialeinheit nichts Ungewöhnliches. Doch dieses Mal ist alles anders: Zully erlebt ein schauriges Déjà-vu. Mord und Totschlag gehören zu ihrem Alltag wie Sandwiches und schwarzer Kaffee. Tag für Tag kämpft Spezialagentin Zully gegen Gewalt und Tod, ist den übelsten Verbrechern auf der Spur. Wieder führt ein tödlicher Auftrag sie zum Ort eines Geschehens. Zully steht fassungslos vor der Leiche der jungen Carrie, die in einer Lache aus Blut und Erbrochenen in ihrer Wohnung gefunden wurde. Passierte hier ein furchtbarer Mord? Am leblosen Körper der Toten kleben unzählige Maden. Mit welchen Mächten hat es Zully hier zu tun? Eisiges Frösteln läuft über ihren Rücken, denn sie erlebt ein schauriges Déjà-vu. Steht die Spezialagentin erneut vor einem gefährlichen Rätsel?

 

…Ein stählernes Band schien sich um Carries Oberkörper zu schnüren und ihr die Luft zum Atmen zu rauben.

Ihr Brustkorb schmerzte. Die bedrohliche Enge ließ das Herz der jungen Frau wild pochen.

Carrie atmete flach. Eigentlich hechelte sie mehr wie eine Gebärende. In kurzen, kräftigen Stößen. So, als hätte sie gerade einen Marathonlauf hinter sich.

Allmählich wurde ihr schwarz vor Augen. Sie taumelte, suchte verzweifelt nach Halt.

Von Fieberschüben geschwächt, griff sie nach dem Telefon. Noch während Carrie mit zittrigen Fingern die Nummer des Notarztes wählte, ließ der fast unerträgliche Schmerz nach.

Plötzlich hatte es aufgehört. Von einem Moment auf den anderen war der Schmerz verschwunden. Das hämmernde Klopfen im Kopf löste sich ebenso in Nichts auf wie das Brennen hinter dem Brustbein. Vorbei die Höllenqual, die sich bei jedem Schlucken durch ihre Kehle fraß, um sich erbarmungslos wie züngelnde Flammen über ihren Rippen auszubreiten. Erschöpft ließ sich Carrie auf dem weißen Sofa im Wohnzimmer nieder.

„Verrückt“, murmelte sie leise. „Vor zwei Minuten ging es mir so dreckig, wie noch nie in meinem Leben. Und plötzlich soll alles vorbei sein?“

Carrie schüttelte den Kopf, während sie sich mit der Zunge über die trockenen, rissigen Lippen fuhr. Sie griff nach dem halbleeren Glas mit Wasser.

Langsam erhob sie sich. Die unerklärliche Schmerzattacke hatte der jungen Frau viel Kraft geraubt. Noch auf wackligen Beinen schlich sie in die Küche. Doch schon nach wenigen Schritten hielt sie inne. Kalter Schweiß befeuchtete ihr Gesicht.

„Geh weg!“ zischte die erschöpfte Frau mit zusammengepressten Lippen.

„Verschwinde, du Teufel“, setzte sie nach, während sie eine merkwürdige Übelkeit verspürte.

Instinktiv presste Carrie beide Hände auf ihren Leib, versuchte so, den drängenden Würgereiz zu unterdrücken.

„Oh Gott“, stieß sie hervor. „Was geschieht mit mir?“

Dann ging alles sehr schnell. Eine schwarze Flüssigkeit schoss wie eine Fontäne aus dem Mund der Ahnungslosen. Entgeistert starrte sie auf das Erbrochene, welches sich zu ihren Füßen auf dem Boden ausbreitete. Wie versteinert stand Carrie in der unansehnlichen Lache. Unfähig, sich vom Anblick dieses ekeligen Schwarz zu lösen.

„Das kann doch nicht wahr sein“, hauchte sie mit brüchiger Stimme.

Indes lief in dünnen Rinnsalen Blut an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang und sammelte sich auf dem Boden zu einem roten Fleck.

„Das Telefon! Wo ist das Telefon? Ich muss Doktor…“.

Hastig fuhr sie herum, um zum Telefon zu eilen, doch ihre schmerzenden Muskeln erschwerten jede Bewegung. Schweißperlen vereinten sich inzwischen auf Carries Stirn und kullerten dem Nasenrücken entlang. Fahrig wischte sie mit den Händen über ihr heißes Gesicht. Abrupt blieb sie stehen. Entgeistert betrachtete Carrie ihre Hände.

Blut! Ihr stockte der Atem…