Mord im Herbst von Henning Mankell

Mord im Herbst von Henning Mankell

Mord-im-HerbstMord im Herbst – Ein Fall für Kurt Wallander von Henning Mankell ist weniger ein Roman als eine längere Erzählung. So führte mich meine erste literarische Begegnung in diesem eher kurzen 120seitigen Werk zu dem schwedischen, recht wortkargen Kommissar Wallander, der seinen Lesern nicht nur aus zahlreichen Büchern, sondern aus ebenso vielen Verfilmungen bestens bekannt ist. Meine späte Begegnung mit Wallander fällt jedoch nicht weiter ins Gewicht, denn auf Anhieb habe ich das Gefühl, ihn bereits länger kennen.

Relativ vertraut führt der Kommissar durch seinen neuen Fall, der eigentlich gar keiner werden sollte. Denn Wallanders allzu menschlicher Wunsch, etwas ruhiger zu treten und die Arbeit langsam ausklingen zu lassen, führte ihn zur Besichtigung eines alten Hauses. Der Traum vom Haus auf dem Lande mit einem Hund als treuen Begleiter schien ebenso greifbar nah zu sein wie der schwedischen Stadt Ystad endlich den Rücken kehren zu können.

Bereits mit Umbauplänen des alten Gemäuers beschäftigt streift Wallander durch den Garten. Völlig unvorbereitet stolpert er dabei über eine aus dem Boden ragende skelettierte Hand. Der Fall beginnt, denn Wallander nimmt die Ermittlungen auf. Der Lesre tappt mit Wallander lange Zeit im Dunkeln. Die Identität des Skeletts lässt sich schwieriger feststellen, als erwartet, denn die Knochen liegen seit rund sechzig Jahren im Garten vergraben. Eines steht jedoch früh fest; es handelt sich um die Überreste einer Frau.

Trotz der ruhigen Erzählweise baut sich ein gewisser Spannungsbogen auf, der für mich am Ende jäh zusammen bricht. Die Auflösung, sprich, die Erkenntnis, welche Tragödie sich damals auf dem Gehöft abspielte, erscheint mir zu konstruiert. Dennoch sorgt das Buch für Kurzweil und eignet sich hervorragend zum Kennenlernen von Kommissar Wallander.